Kalte Räumung in der Brunnenstraße?

Pressemitteilung vom 29.04.2014

Ende Februar erhielten die Bewohner_innen der Brunnenstr. 6/7 in Mitte deftige Mieterhöhungsschreiben. Nach 10 Jahren Staffelmiete sollen die Mieter_innen jetzt noch einmal erheblich mehr Miete bezahlen. Doch dagegen regt sich entschiedener Widerstand.

Die Brunnenstraße 6/7 ist eines der größten Hausprojekte Europas und entstand als Teil der Hausbesetzerbewegung der 90er Jahre in Ostberlin. Selbstverwaltet und kollektiv existiert das Projekt seit 24 Jahren.

Die heutigen Mietverträge wurden am Runden Tisch und auf der Straße erkämpft.

Sie sind das Ergebnis eines Kompromisses. Der Hauseigentümer Klaus Gawehn, der Ende der 90er Jahre die Häuser der Brunnen 6/7 kaufte, musste seine Profiterwartungen senken. Im Rahmen der Verhandlungen bekam der Eigentümer jedoch Sanierungsgelder vom Berliner Senat unter der Bedingung, sozialverträgliche Mieten und den Erhalt der Brunnenstraße als Projekt zu gewährleisten. Diese Ziele scheinen jetzt keine Rolle mehr zu spielen. Die Hausverwaltung plant nun offensichtlich, die Miete alle vier Jahre um 15% anzuheben und so den maximal möglichen Profit zu erzielen.

„Mit den Mieterhöhungsschreiben ist unser Projekt von einer kalten Räumung bedroht. Das ist kein isoliertes Ereignis. Im Kontext der kapitalistischen Stadtumstrukturierung werden immer wieder Mieter_innen und Projekte aus den Innenstadtbezirken verdrängt, die hier Jahrzehnte lang wohnten und diese prägten.

Kollektives und solidarisches Zusammenleben findet kaum noch Platz in einer Gesellschaft des stetigen Sozialabbaus“, so eine Bewohnerin.

Für die Bewohner_innen der Brunnenstraße ist klar:

„Der Hauseigentümer war bislang nicht zu Gesprächen bereit. Die Mieterhöhungsschreiben sind eine klare Konfrontation. Wir akzeptieren das nicht. Wir haben uns damals nicht räumen lassen und werden auch heute nicht gehen!“

Die Bewohner_innen der Brunnenstraße 6/7

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