MieterEcho 1998: Räumung des Gewerbehauses

Herr Gawehn, die Brunnenstraße und der VEB

Ein unschönes Erwachen hat der Hausbesitzer der Brunnenstraße 6/7 seinen MieterInnen am 14. Oktober beschert. 150 Polizisten hatten sich im Hof postiert, um der Hausverwaltung und Bauarbeitern den Zutritt zu einem der Häuser des ehemals besetzten Wohnkomplexes zu verschaffen. Dabei ging es angeblich um die „Winterfestmachung“ eines der neun Häuser des Komplexes, dessen Gewerbemietverträge im September ausgelaufen waren. Nachdem die dortigen MieterInnen – unter anderem der Verein zur Förderung feministischer Lebensweisen und das Obdachlosenprojekt Unterdruck – ausgezogen waren, hatten vier Obdachlose dort Unterschlupf gefunden. Diese wurden mit dem großen Polizeiaufwand aus dem Haus geräumt, um es anschließend bis zum ersten Stockwerk zuzumauern. Den ganzen Tag über durften BewohnerInnen nur unter Vorlage eines Ausweises ihre Häuser betreten, BesucherInnen wurden überhaupt nicht reingelassen, teilweise sogar dann nicht, wenn die entsprechenden BewohnerInnen sie am Hoftor abholten.

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