Brunnen 6/7: Hausverwaltung zerstört den Runden Tisch – Unterstützer_innen protestieren

4. Pressemitteilung vom 31.07.2014

aktion_steglitzMit Topfdeckeln, Tröten und Trillerpfeifen sowie zahlreichen Schildern und Sprechblasen brachten heute (Donnerstag, 31.7.) am Vormittag ca. 20 Freund_innen und Unterstützer_innen des Vereins zum Erhalt der Brunnenstr. 6/7 in der Peter-Vischer-Straße in Friedenau ihren Protest gegen den Wortbruch der Hausverwaltung Gawehn in Sachen Mieterhöhung zum Ausdruck.

Das Hausprojekt Brunnenstraße 6/7 in Berlin-Mitte kämpft für den langfristigen Erhalt des kollektiven Wohnraums. Wie viele Häuser in Ostberlin wurde das Haus 1990 besetzt, am Runden Tisch wurden später Mietverträge ausgehandelt – mit einer jährlichen Mietsteigerung, unterstützt durch Sanierungsgelder des Senats. Kaum ist diese Steigerungsvereinbarung ausgelaufen, will der Vermieter – die Grundstücksverwaltung Klaus Gawehn aus Steglitz – die Miete sprunghaft erhöhen und gefährdet damit den langfristigen Erhalt des Projektes. Mitten in den laufenden Gesprächen zum Thema hat die Hausverwaltung nun Klagen zur Durchsetzung der Erhöhungen angekündigt.

Im Laufe der Kundgebung traten auch die Eigentümer Gawehn und Heiland auf und zersägten mit viel Schwung einen „Runden Tisch“ – als Symbol für das aktuelle Auftreten der Hausverwaltung, die mit den Klageankündigungen die bisherige Gesprächsbasis aufgekündigt hat. Auf Sprechblasen waren Zitate des Verhandlungsführers seitens der Hausverwaltung, Herrn Heiland, aus den Verhandlungen zu lesen: „“Der Rechtsweg ist nicht erwünscht“; „Es soll hier nicht der große Miethai gespielt werden“; „Ich sehe die Klagefrist nicht so verspannt“ – All diese Aussagen sollen nun offensichtlich Schnee von gestern sein.

Eine Sprecherin der Protestierenden sagte: „Bei zwei Treffen der Bewohner_innen mit einem Vertreter der Hausverwaltung schien es, als ob eine Einigung in Sicht sei. Aber nun hat die Eigentümerfamilie Gawehn es sich offensichtlich kurzfristig anders überlegt. Wir sehen in den angekündigten Klagen eine klare Verletzung der Friedenspflicht und sind heute hier, um zu zeigen: So nicht! Schluss mit Wortbruch! Wir wollen bezahlbare Mieten, nicht nur für die Brunnenstr. 6/7 und nicht nur in Berlin-Mitte.“

Leider war keine Vertreter_in der Verwaltung gewillt, sich einem Gespräch zu stellen oder auch nur einen Brief entgegen zu nehmen. Zahlreiche Passant_innen in dieser sonst eher ruhigen Wohngegend, darunter auch aktuelle und ehemalige Mieter_innen von Gawehnhäusern, zeigten sich jedoch sehr interessiert und solidarisch.

Für den Fall, dass die Hausverwaltung auf ihrem Konfrontationskurs bestehen sollte, haben die Bewohner_innen der Brunnenstr.67/ weitere Gegenwehr angekündigt: „Wir wollten gerne auf mühselige Gerichtsprozesse verzichten, auch weil wir die Verhandlungen in einem politischen Kontext von Stadtentwicklung sehen und die Zukunft des Hausprojektes nicht von Gerichtsentscheidungen abhängig machen wollten. Wenn die Eigentümer dennoch klagen wollen: Wir können auch anders!“

Weitere Informationen: www.brunnen7.org

Kontakt: info.brunnen7@riseup.net